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Die Bücher der TRAUMA BERATUNG LEIPZIG sind als online-Veröffentlichungen beim VERLAG AUTONOMIE UND CHAOS BERLIN erschienen und können kostenlos als .pdf heruntergeladen werden. (Weitere Veröffentlichungen werden folgen.)
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WIR SIND DIE FAMILIE MICHAUCK . . |
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..etwas ungewöhnlich, das heißt wir sind multipel und zur Zeit leben sieben Personen in einem Körper. Physische, psychische, sexuelle und rituelle Gewalt haben uns zu dem gemacht, was wir heute sind. Inzwischen ist der Körper 50 jahre alt und es gibt drei Erwachsene (davon zwei junge Erwachsene), eine Jugendliche, zwei Kinder und ein Baby in uns. Aber es war nicht immer so. Wir waren einige Personen mehr, die inzwischen durch Fusionen in uns aufgenommen wurden. Wir lebten immer am Rande des Abgrundes, Suizidgedanken und Verletzungsdruck begleiteten uns ständig. Jahrelange Therapie stabilisierte uns nicht. Aber zumindest wurde nach einigen Jahren Dissoziative Identitätsstruktur (DIS, "Multiple Persönlichkeit") diagnostiziert. Trotzdem wurde von uns erwartet, dass wir funktionieren. Wir haben in unserem Leben zwei Studienabschlüsse gemacht, jahrelang gearbeitet, ein Kind groß gezogen, einen Sohn, auf den wir sehr stolz sind, weil er, trotz kranker Mutter, seinen Weg geht.
Später haben Krankenhausaufenthalte, eine erneute Therapie sowie ein Jahr Außenwohngruppe uns sehr geholfen, uns zu stabilisieren.
Jahrelang haben wir nach Möglichkeiten gesucht, unsere Vergangenheit aufzuarbeiten. Dabei hat eine Person von uns Gedichte geschrieben und sie unter dem Namen LIANE TJANE MICHAUCK mit dem Titel 'REGENTROPFENTRÄNENBAUM' veröffentlicht. Später haben auch andere Personen geschrieben. - Diese hier veröffentlichten neuen Gedichte spiegeln alle unsere Facetten wider, unsere Verzweiflung, den Lebensüberdruss, aber auch Schönheit und Lebensfreude.
Achtung: Manche der Gedichte können triggern!
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MEINE FREUNDIN PAULA N. – Wie es weiterging. Leben voller Hoffnung |
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Petra Nürnberger (geb. 1951) ist Überlebende von schwersten psychischen Traumatisierungen in der Kindheit. Neben anderen Traumafolgeschädigungen entstand bei ihr eine dissoziative Identitätsstörung (DIS, umgangssprachlich "multiple Persönlichkeit"). Ursprünglich 36 Anteile mußten sich in der Kindheit abspalten, um die unterschiedlichsten Traumaerfahrungen aushalten zu können bzw. den Anforderungen des Alltags gerecht zu werden.
In einer früheren Veröffentlichung (2005) hatten die Persönlichkeiten der Gruppe Nürnberger von sich selbst und den ersten Jahren der traumatherapeutischen Aufarbeitung berichtet. Jetzt geht es um die möglicherweise abschließende Phase der Therapie. Im Mittelpunkt stand die zunächst noch recht labile 'Innenarchitektur' des multiplen Systems, nicht zuletzt die solidarische und gleichberechtigte Kooperation der Persönlichkeiten miteinander – orientiert am Leben hier und heute mit all seinen 'ganz normalen' Konflikten.
Petra Nürnberger ist inzwischen mit großem Engagement wieder berufstätig, die traumatische Kindheit ist Vergangenheit geworden. Die weiterhin existierenden Persönlichkeiten leben und arbeiten gleichberechtigt hand in hand; - für die Gruppe Nürnberger gilt ohne Zweifel, daß pures "Überleben" zu "Leben" geworden ist!
Im Vergleich der beiden Dokumentationen wird offensichtlich, wie bedeutsam in der Traumatherapie bei Betroffenen mit DIS die gegenwarts- und alltagsbezogene Umorganisation des multiplen Systems ist. In der psychotraumatologischen Fachliteratur steht dazu bisher nur wenig; differenzierte Aussagen finden sich bei den Betroffenen selbst, vor allem in Selbsthilfezeitschriften und Internetforen sowie der zunehmenden Zahl autobiografischer Darstellungen.
Dieser Lebens- und Therapiebericht kann Betroffenen Mut machen und Hoffnung geben, daß der schwere, von Rückschlägen gesäumte Weg der therapeutischen Aufarbeitung, der Nachreifung, des Heilewachsens sich lohnt, - daß auch für Überlebende so schrecklicher Kindheitserfahrungen ein einigermaßen "normaler", selbstbestimmter Alltag mit Freude, Erfolg, Bestätigung und lösbaren Konflikten möglich werden kann!
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